Truth Be Told (2015) 1x01

Truth Be Told (2015) 1x01

Truth be Told ist die Art von Sitcom, deren Drehbuch sich wie eine Aneinanderreihung zigfach verbreiteter Tweets lesen müssen, die irgendwann einmal kurzweilig waren. Für den Zuschauer aber fällt nicht viel Unterhaltung ab.

Cast der Serie „Truth be Told“ / (c) NBC
Cast der Serie „Truth be Told“ / (c) NBC

In der Sitcom Truth Be Told begleiten wir zwei Paare durch ihren Alltag. Der besondere Dreh, mit dem die Serienmacher im Vorfeld geworben haben, ist die Diversität innerhalb dieser Gruppe.

Worum geht es?

Als erstes lernen wir Russell (Tone Bell, Bad Judge) und Mitch (Mark-Paul Gosselaar, „California High School“, NYPD Blue) kennen - Nachbarn, Freunde, beide offenbar recht wohlhabend, einer weiß und jüdisch, der andere schwarz und christlich, einer Comedian, der andere Professor. Wir lernen sie kennen, als sie in einem asiatischen Restaurant auf ihr Essen warten, und Russell glaubt, dass die Angestellte ihren chinesischen Akzent vortäuscht, um authentischer rüberzukommen. Abgelöst wird dieser Gag nach genau einer Minute von dem nächsten, indem der Valet-Angestellte des Ladens den Schlüssel des Porsches zielgerichtet an den weißen Mitch gibt, aber natürlich nur, weil eine John-Mayer-CD läuft.

Die beiden Gags geben den Ton vor. Und nach diesen zwei Minuten weiß man, worauf man sich bei Truth Be Told eingelassen hat. Die Story der Pilotepisode ist schnell erklärt: Der Exfreund von Russells Frau Angie (Bresha Webb, „Love That Girl!“) besorgt den vieren Tickets zu einem Jay-Z-Konzert, doch zunächst müssen Mitch und Tracy (Vanessa Lachey, Dads) noch eine Babysitterin für ihre Tochter finden. Als die endlich gefunden ist, kommt zwischen den Männern der Verdacht auf, dass der Teenager sich nicht nur mit Kinderbeaufsichtigung, sondern auch mit Pornofilmen etwas dazuverdient. Das ruiniert am Ende vorhersehbarerweise den kompletten Konzertabend.

Unterwegs sind die Serienmacher sich für kein Sitcom-Klischee zu schade. Das irritiert besonders, weil die Serie ja darauf abzielt, einen besonders offenen und fortschrittlichen Umgang mit den Fragen der Ethnien und Religionen zu pflegen. Doch letzten Endes ist nicht nur das Serienkonzept altertümlich, sondern auch der Umgang mit dem Thema Diversität.

Serienschöpfer DJ Nash hat im Vorfeld verlauten lassen, dass er zeigen will, wie unbefangen Freunde untereinander über alles Mögliche reden können. Doch in der Pilotepisode wechseln sich unlustig verarbeitete Stereotype mit alten Gags ab, die man entweder schon in zahlreichen anderen Serien gesehen oder auf Twitter zigfach gelesen hat. In die erste Kategorie gehört die Szene, in der Mitch und Tracy ihre jüdischen Nachbarn beobachten und sich darüber lustig machen, dass die schon wieder ein weiteres Kind bekommen haben. In die zweite Kategorie kann man den Gag einordnen, dass Russell sich zu fragen traut, woher die als „ethnically ambiguous“ beschriebene Tracy denn eigentlich kommt.

Für ein bisschen Unterhaltung sorgen immerhin die Darsteller, die die platten Texte mit gerade so viel Komik präsentieren, dass man nicht direkt abschalten möchte. Doch gerade wenn man sich kurz über die Chemie amüsiert, die die Hauptdarsteller miteinander haben, wird für einen Gag davon ausgegangen, dass eine Nicht-Schwarze den schwarzen Schauspieler und Golden-Globe-Gewinner Idris Elba nicht kennt, weil, ganz klar, nur Schwarze schwarze Schauspieler kennen.

Der Rest der Story ist eine einzige Aneinanderkettung von Klischees. Nicht einmal bei Gags über ihr angebliches Hauptthema schneidet die Episode gut ab, namentlich bei der Frage, ob Weiße den unzensierten Text zu dem Song „Empire State of Mind“ inklusive N-Wort mitsingen dürfen. Diese und jegliche andere Antworten darauf, was man sagen darf und welche Witze man machen darf, sind in der Pilotepisode verwirrend bis schlichtweg langweilig.

Doch die Figuren haben wesentlich größere Probleme miteinander als ihre Religion und ihre Hautfarben. Die Unfähigkeit, eine attraktive Babysitterin im Haus zu haben und das heimliche Durchsuchen des Handys der Ehefrau stehen in Widerspruch zu der ebenso unerträglichen Idylle, die bei den Paaren darüber hinaus herrscht. Sämtliche Konflikte der ersten Episode sind wie aus dem Drehbuch einer 90er-Jahre-Sitcom geschnitten, einer durchschnittlich guten.

Fazit

Mit der Serie Truth Be Told wollen Showrunner DJ Nash und sein Team zeigen, wie locker man unter Freunden über Fragen der Hautfarbe, Religion und Kultur miteinander reden kann. Vor dem Schreiben des Drehbuchs hätte die Sichtung von Serien wie Black-ish oder Fresh Off the Boat den Autoren gut getan, denn diese Serien schaffen, was hier einfach nicht gelingt.

Eine Szene aus der Pilotepisode der Serie Truth be Told:

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 20. Oktober 2015

Truth Be Told (2015) 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Truth Be Told (2015) 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Die Babysitterin
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 16. Oktober 2015 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 16. Mai 2020
Autor
D.J. Nash
Regisseur
Pamela Fryman

Schauspieler in der Episode Truth Be Told (2015) 1x01

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