Der Serienpilot zu New Girl ist da - iTunes sei Dank! Man nehme Zooey Deschanel und drei männliche Mitbewohner in den Dreißigern und erhält eine charmante neue Sitcom, die als Bizarro-Version von The Big Bang Theory durchgehen könnte. Ein Review.

Der alte Cast der Comedy „New Girl“ im Serienpiloten / (c) FOX
Der alte Cast der Comedy „New Girl“ im Serienpiloten / (c) FOX

Der Hype um die neue FOX-Sitcom New Girl war im Vorfeld immens. Bei Probevorführungen schnitt die Serie so gut ab wie kaum eine zweite. Grund genug für FOX, in die Offensive zu gehen und den Serienpiloten bereits knapp zwei Wochen vor dem eigentlichen Start der traditionellen TV-Season über diverse Kanäle vorab zu veröffentlichen „34258“. Auch SERIENJUNKIES.DE® gehört zu den Glücklichen, die den Auftakt der neuen Serie mit Zooey Deschanel schon vorab sehen konnten. Hier die Eindrücke in einem Review.

Poor Girl

Jessica Day (Zooey Deschanel) ist eine lebensfrohe Grundschullehrerin, die glücklich mit ihrem Freund Spencer zusammenlebt. Denkt sie zumindest. Sie möchte ihrem Freund mit einer nackten Überraschung eine Freude machen - nur um festzustellen, dass er mit einer Anderen schläft. Jess' Welt bricht zusammen, und sie macht sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung. Über die Webseite Craigslist wird sie fündig. Drei Junggesellen suchen einen Mitbewohner: Nick (Jake M. Johnson), Schmidt (Max Greenfield) und Coach (Damon Wayans Jr. (Happy Endings); Letzterer jedoch wird ab der zweiten Episode durch Lamorne Morris ersetzt.

Während des Kennenlern-Gesprächs ahnen die Junggesellen noch nicht recht, worauf sie sich einlassen. Die Offenbarung, dass Jess derzeit temporär bei ihrer modelnden Freundin Cece (Hannah Simone) untergekommen ist, verleitet die Jungs dazu, ihr eine Chance zu geben. Schnell stellt sich heraus, dass die Grundschullehrerin die Trennung von Spencer nur schwer verkraftet. Sie suhlt sich in Selbstmitleid und schaut täglich sechs Mal den Film „Dirty Dancing“. Das wird Schmidt und den Jungs bald zu bunt, und sie beschließen, der sehr speziellen Single-Frau zu helfen - indem sie sie aufpäppeln und ihr ein Date besorgen.

Bis es soweit ist, müssen jedoch noch einige Hürden genommen werden, und obwohl es zunächst gut aussieht, wird Jess noch einmal enttäuscht. Zum Glück sind die drei Jungs nicht nur ihre neuen Mitbewohner, sondern erweisen sich gleichzeitig als gute Freunde, auf die Verlass ist.

She And Them

Damon Wayans Jr.; Max Greenfield und Jake M. Johnson im Serienpiloten von%26bdquo;New Girl%26ldquo; © FOX
Damon Wayans Jr.; Max Greenfield und Jake M. Johnson im Serienpiloten von%26bdquo;New Girl%26ldquo; © FOX

Der Genuss von New Girl steht und fällt mit der Sympathie, die man der Schauspielerin Zooey Deschanel entgegenbringt - oder auch nicht. Sie ist entweder Einschaltegrund Nummer Eins - oder eben das Gegenteil! Der Schreiber dieser Zeilen outet sich hiermit als Verteidiger von Deschanels charmanter und überdrehter Art, die sich sich mit den englischen Ausdrücken quirky und dorky recht gut beschreiben lässt.

Das beginnt schon mit der Titelmelodie des Serienpiloten, die von Deschanel selbst gesungen wird. Schließlich hat die Schauspielerin auch ihre eigene Band „She & Him“, die jedem Deschanel- und Old-School-Blues-Fan ans Herz gelegt werden sollte! Auch ihre charakteristische Sprechweise und Betonung sollte man zumindest tolerieren können, wenn man die Serie genießen möchte. Außerdem sind nerdige Anspielungen auf Filme wie „Der Herr der Ringe“ sowie Geräusche oder Getanze zu nennen: all das sicher bleibende Stilmittel im weiteren Verlauf der Serie.

Amüsant wirken auch Jess' Versuche, souverän und on top of the situation 'rüberzukommen'. Wenn sie etwa nicht weiß, was motor boating ist, aber dennoch weise Ratschläge gibt; wenn sie einen attraktiven Mann sieht und mit ihrer Brille hantiert; wenn sie nicht daran denkt, sich vor dem Ausgehen die Beine zu rasieren, oder aber partout nicht in hochhackigen Schuhen stehen kann: Mit einer anderen Schauspielerin als Deschanel in der Hauptrolle wäre all das vermutlich nicht annähernd so amüsant. Wer also Zooey Deschanel absolut nicht leiden kann, wird an New Girl aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Gefallen finden.

Die Junggesellen Nick, Schmidt und Coach bleiben im Serienpiloten etwas im Hintergrund. Zwar erhält jeder von ihnen ein Profil - Coach kann seinen Job manchmal nicht vom Privaten trennen, Nick trauert seiner Freundin nach und Schmidt ist zu sehr von sich selbst überzeugt -, aber aufgrund der Änderungen, die bereits in der zweiten Episode einsetzen werden, sollte man die präsentierten Wesenszüge wohl erst einmal als vorläufige ansehen. Außerdem ändert sich eine Serie nach dem Piloten oft schon nach wenigen Episoden grundlegend.

Kritik und Fazit

Zooey Deschanel in %26bdquo;New Girl%26ldquo; © FOX
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Der Serienpilot von New Girl hinterlässt einen positiven Eindruck und reiht sich in die modernen Screwball-esquen ein: dialogreiche Single-Kamera-Sitcoms wie Happy Endings oder die frühen Episoden von How I Met Your Mother. Wortspiele, Neologismen und witzige Einfälle sind reichlich vorhanden, etwa der „Douchebag Jar“, „reverse mormons“, Schmidts Kommentar zu Jess' „Der Herr der Ringe“-Anspielung oder der Austausch der Figuren im Badezimmer.

In gewisser Weise könnte man die Serie auch als Bizarro-Version von The Big Bang Theory interpretieren. Statt drei Nerds und einer „normalen“ Frau trifft hier eine dorky Lady auf drei selbstsichere Männer, die nicht so recht wissen, wie man mit den Eigenheiten dieser speziellen Dame umgehen soll. Ohne Multi-Kamera-Format und Studiopublikum zwar, dafür aber durchaus charmant. Des weiteren arbeitet der Pilot mit bekannten Stilmitteln wie cutaways zu früheren Momenten im Leben der Charaktere und Gitarrenmusik wie in den Independent-Filmen der Marke „Juno“ oder „(500) Days of Summer“. Sicherlich braucht es noch etwas Zeit, bis die Autoren einen angemessenen Schreib-Rhythmus gefunden haben, denn in der Gagdichte besteht durchaus noch Steigerungspotenzial.

Ein Nachteil, mit dem man als SERIENJUNKIES.DE®-Redakteur oder interessierter Serienfan beim Schauen des Serienpiloten konfrontiert wird, besteht darin, dass die mannigfaltigen Videoteaser und -trailer bereits etwa 70 Prozent der Gags und Lacher vorweggenommen haben. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, aber dennoch muss wohl man mindestens die zweite Episode abwarten, um zu sehen, ob die Serie ähnlich positiv weitergeht.

Der Grundstein für eine neue Comedy, auf die man sich Woche für Woche freut, ist durch den Serienpiloten von New Girl gelegt - zumindest nach Meinung des Rezensenten. Die Tatsache, dass Zooey Deschanel nun (fast) wöchentlich auf den TV-Bildschirmen zu sehen sein wird, ist dabei ein willkommener Bonus.

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