New Girl 1x24

New Girl 1x24

See Ya bringt einen Umzug, der anders anläuft als erwartet. Ein Kojote, zwei Schlüssel und ein Handy spielen eine zentrale Rolle. Außerdem macht die New Girl- Clique eine neue Bekanntschaft. Ein Review von Loryn Pörschke.

Raus aus der WG und ab in die Wüste: „New Girl“ / (c) FOX
Raus aus der WG und ab in die Wüste: „New Girl“ / (c) FOX

Nach der überraschenden Auszugsankündigung von Nick (Jake M. Johnson) bringt das Staffelfinale See Ya wenig überraschend einen Umzug. Ja, in der letzten Episode konnte man es aus seinem Mund hören, klar und deutlich. Doch damit abgefunden hatte sich wohl noch niemand, weder in der WG noch vor den Bildschirmen.

Nun ist es soweit. Das Staffelfinale klärt die große Frage und es ist ein deutliches: Er bleibt! Aufatmen. Und nachdem das nun geklärt ist, kann man sich entspannt der Episode im Einzelnen zuwenden.

Rückfall oder Fortschritt

Wir sind mit ihm durch eine ganze Staffel an Unsicherheiten, halbherzigen Entscheidungen und falschen Wegen gestrauchelt. Wir haben ihn auf seinem Weg aus dem Liebeskummer über Caroline (Mary Elizabeth Ellis) begleitet, durch erste, zaghafte Liebesversuche mit Julia (Lizzy Caplan) und eine hässliche Phase der gleichzeitigen Bettpartnerinnen. Wie oft haben wir ihn zweifeln hören darüber, dass er immer noch Barkeeper ist. Wie unangenehm berührt waren wir, als Paul (Justin Long) Nick bestätigen wollte, dass die Zwanziger ja auch dafür da wären, seinen Weg zu finden, und Nick antwortete, er sei schon dreißig.

Und dann trifft er eine Entscheidung, die seinem Leben eine neue, zukunftsweisende Richtung gibt, und es ist ausgerechnet eine gemeinsame Wohnung mit Caroline. Hätte er nicht einfach zurück ins Jurastudium gehen können? Man hätte ihn an die Hand nehmen und auf den richtigen Weg ziehen wollen.

Wie groß die Freude, als er plötzlich auf die Wüste zuhält! Der Wegwurf des Schlüssels als Meilenstein. Der kurze Rückfall, dann doch schnell zu Caroline zu wollen, ist geschenkt. Hat zu dem Zeitpunkt noch jemand wirklich geglaubt, dass er es tut?

Die Frage bleibt: Ist der Rückzug auch gleichzeitig ein Rückfall in alte Muster? Ist es einfach Nicks tiefsitzende Unfähigkeit, eine angefangene Sache durchzuziehen? Vielleicht. Eine andere Lesart ist die: Nick bricht ab, was anstrengend ist, wo er etwas einbringen, verändern, festlegen müsste. Er ist immer den einfachen Weg gegangen. Ein Leben mit Caroline wäre aber genau der einfache Weg, ein Zurückkriechen in alte Muster. Eine sichere Sache, nicht perfekt, aber nach dem Motto: Man weiß halt, was man bekommt.

Die Entscheidung, diesen Weg nicht zu gehen, ist viel schwieriger. Auch wenn er zunächst wieder zurück in der alten Situation ist, liegt hier vielleicht ein echter Neuanfang verborgen. Für den wir natürlich leider auf die neue Staffel warten müssen.

Ein Blick, mehr als tausend Worte

Ja, sie gehören zusammen. Das war natürlich schon in der ersten Episode klar. Doch dann kam ein Durchhänger in der Mitte der Staffel. Julia konnte man sich gut als Nicks Freundin und Teil der Clique vorstellen, mit Paul und irgendwo auch Russell (Dermot Mulroney) haben die Autoren Jess (Zooey Deschanel) Charaktere an die Seite gestellt, mit denen auch der Zuschauer glücklich hätte werden können.

Doch dann, in den letzten Episoden, kam es wieder stärker durch. Das Staffelfinale See Ya bringt keinen Kuss oder ein offenes Eingeständnis. Aber welcher Anhänger der Jess & Nick- Theorie bekommt keine weichen Knie wenn Jess ihre Tür öffnet, Nick plötzlich im Türrahmen lehnt und ihr tief, ja so tief in die Augen guckt? Mit einem Blick, der für vieles entschädigt.

Ein Traumpaar auf Abwegen

Schmidts Eifersucht ist verständlich, der lautstarke Aussetzer eher nicht. Doch dahinter steckt Unsicherheit, die Angst, nicht gut genug zu sein. Cece (Hannah Simone) kennt diese Art der Unsicherheit in Bezug auf Schmidt (Max Greenfield) nicht, und anstatt sich auf das Drama einzulassen, durchschaut sie seine Masche. Wir haben sie auch schon anders erlebt. Was sie sich allein hat bieten lassen von einem DJ, der glücklicherweise nur noch eine vage Erinnerung ist. Cece und Schmidt ergänzen sich ideal.

Bis der Vertrauensbruch des durchsuchten Handys dazukommt. Harte Minuten für Fans des Paares. Erst die Erkenntnis, wie gut die beiden eigentlich zusammenpassen, gefolgt von der Unsicherheit, ob sie das auch noch packen.

Vielleicht musste es so kommen, denn zu viel Harmonie vor einer Pause darf man ja auch nicht erwarten. Und so hat es halt Cece und Schmidt getroffen. Noch darf man hoffen, dass dieser Streit nichts beendet. Ärgerlich nur, dass man so lange hoffen muss.

Er ist auch noch da

Wieder hat Winston (Lamorne Morris) das kürzere Ende der Handlung erwischt. Doch er ist ja immer dabei. Winston ist halt in der aktuellen Konstellation das fünfte Rad am Wagen, das kann man nicht schönreden.

Aber er hat eine eigene Persönlichkeit. Er ist oft die Stimme der Vernunft, die nicht wie die anderen übertrieben enge Beziehungen aufbaut. Er muss nicht Nicks Penis sehen, um sich als bester Freund zu beweisen wie Schmidt. Aber er hat ihn natürlich schon gesehen, weil er einfach eine tiefe Freundschaft zu ihm hat.

In der Anfangsszene verhalten Schmidt und Jess sich wie Kinder, Winston ist der erwachsenere. Dann jedoch, in der Wüste, schlägt seine Vernunft in eine andere Art von Schrulligkeit um. Wahrscheinlich würde Winston nur von wenigen Zuschauern als Lieblingscharakter genannt werden, aber urkomisch kann man seine Angst vor der Dunkelheit durchaus finden.

War noch was?

Lohnt sich ein Blick auf den Neuen, der postwendend zum Ehemaligen wird? Neil (Thomas Lennon) ist ganz klar eine männliche Version von Jess. Nicht unbedingt in der Art, wie Paul es war. Wobei, um das zu entscheiden, hätte man ihn besser kennenlernen müssen. Das wird wohl nicht mehr passieren.

Aber er hat sicherlich die Reaktionen hervorgerufen, die Jess bei ihrem Einzug bei den drei schon Anwesenden ausgelöst hat. Und Jess, sie mag es plötzlich leise und zeigt viel weniger Toleranz als ihr damals entgegengeschlagen ist. Natürlich, das untermauert nur ihre Gefühle angesichts von Nicks Verlust. Trotzdem traurig, Neil mit seinem Karton auf dem Sofa sitzen zu sehen.

Fazit

Alleine für die Tanz-Szene am Ende hat sich das Einschalten gelohnt. Die Clique, die gerade noch Gefahr gelaufen ist, zerrissen zu werden, hat enger zusammen gefunden als vorher. Und das jeder für sich in seinem Raum.

Eine Szene, die in Erinnerung bleibt und einen auch über eventuelle Entzugserscheinungen helfen wird.

Obwohl New Girl nicht gerade oft mit clever eingebauten Wendungen punkten kann, diesmal ist es recht gelungen. Nicks Entscheidungsfindung ist nicht plump umgesetzt, man kann es durchaus nachvollziehen.

Die Autoren schenken dem Zuschauer gar einen vielsagenden Blick zwischen Jess und Nick, es ist ein Wohlfühlende. Was bleibt, ist Vorfreude.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 10. Mai 2012
Episode
Staffel 1, Episode 24
(New Girl 1x24)
Deutscher Titel der Episode
In der Wüste
Titel der Episode im Original
See Ya
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 8. Mai 2012 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Regisseur
Michael Spiller

Schauspieler in der Episode New Girl 1x24

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