„NCIS: Tony & Ziva“: So habe ich mir die Rückkehr der beiden gewünscht

„NCIS: Tony & Ziva“: So habe ich mir die Rückkehr der beiden gewünscht

Mit Tony DiNozzo und Ziva David bringt Paramount+ zwei der beliebtesten Figuren aus „NCIS“ zurück - zum Glück jedoch anders, als man es vielleicht erwartet hätte...

Ziva David (Cote de Pablo) auf einem Szenenfoto aus der Paramount+-Serie „NCIS: Tony & Ziva“
Ziva David (Cote de Pablo) auf einem Szenenfoto aus der Paramount+-Serie „NCIS: Tony & Ziva“
© Paramount+

Das passiert in der Serie „NCIS: Tony & Ziva“

2025, Paris: Die ehemaligen NCIS-Agenten und Lebenspartner Ziva David (Cote de Pablo und Tony DiNozzo (Michael Weatherly leben in der Serie NCIS: Tony & Ziva inzwischen in Paris. Sie betreibt eine private Sprachschule und er einen mit Interpol zusammenarbeitenden Security-Service.

Als eines Tages hunderte Millionen Dollar vom Konto der Interpol verschwinden, das mit Hilfe eines Hackertools namens 9.4 entwendet wurde, gerät Tony in ernste Schwierigkeiten. Er lagert den mit dem Programm bestückten Stick und wird prompt von einem skrupellosen Gauner überfallen, der droht, seine Tochter Tali (Isla Gie) zu töten, wenn er nicht kooperiert. Tony gelingt es, das Schlimmste zu verhindern, doch nicht, ohne in eine Verschwörung riesigen Ausmaßes zu geraten.

Um seine Tochter zu schützen, bleibt ihm keine andere Wahl: Er muss Ziva, von der er seit fünf Jahren getrennt lebt, involvieren, doch schon bald ist die gesamte europäische Polizei hinter den beiden her. Denn die hinter dem Raub und dem Tool steckenden Auftraggeber sind immens mächtig - zu mächtig, um lange vor ihnen fliehen zu können...

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Ziva David (Cote de Pablo) auf einem Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“
Ziva David (Cote de Pablo) auf einem Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“ - © Paramount+

Ein Comeback

Tony DiNozzo und Ziva David gehörten viele Jahre lang zu der kultigen „Kerncrew“ rund um Leroy Jethro Gibbs (Mark Harmon) NCIS-Team in Washington. David spielte von der dritten bis zur elften, DiNozzo von der ersten bis zur 13. Staffel eine tragende Rolle. Ihre Liebes- und Dienstgeschichte ist also legendär und nicht wenige Fans trauerten mit, als Tony 2016 ausstieg, um nach der angeblichen Ermordung von Ziva nach Israel zu reisen, um sich dort der Erziehung seiner Tochter Tali zu widmen.

Vergessen wurden die beiden Figuren allerdings nie und so gab es in der 16. und 17. Staffel ein Wiedersehen mit ihr und in der starken Folge The Stories We Leave Behind schließlich auch mit Tony. Auf diesen Ereignissen baut das neue Spin-offNCIS: Tony & Ziva“ auf, ohne dabei aber sklavisch an alten Gewohnheiten zu haften, sondern im Gegenteil eine ganz neue Geschichte um sie zu erzählen.

Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“
Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“ - © Paramount+

Ein neuer Ansatz

Und die hat auf den Kern heruntergebrochen bis auf die Hauptfiguren zumindest in den ersten drei von uns gesichteten Episoden herzlich wenig mit der Mutterserie zu tun. Klar, hier und gibt es kleines easter egg und natürlich bezieht sich die gesamte Vergangenheit der Protagonisten auf ihre Erlebnisse während ihrer NCIS-Zeit. Doch insgesamt haben wir es mit einer erfrischend anders erzählten Story zu tun. Das beginnt schon damit, dass in Rückblenden so gut wie überhaupt nicht auf das Original eingegangen, sondern vielmehr die Zeit zwischen 2020 und 2025 thematisiert wird. So erfahren wir, was Tony und Ziva nach Paris verschlug, wie sie sich dort einrichteten und wie ihre komplizierte Beziehung hin- und herwog und schließlich zu einem vorläufigen Ende kam.

Michael Weatherly und Cote de Pablo versprühen während dieser Flashbacks einen bestechenden Charme und lassen uns intensiv an ihrer Vergangenheit teilhaben. Andererseits ziehen die nicht wenigen Einschübe hier und da das Tempo an den falschen Stellen aus dem Plot, doch das kommt nur sehr selten vor und stört deshalb nicht weiter.

Interessant ist, dass sich Showrunner und Executive Producer John McNamara (unter anderem: The Magicians, Jericho) nicht mit einer schlichter Polizei-Dramaserie begnügte, sondern sich sowohl in der Erzählweise als auch der Inszenierung an einer rasanten Spionage-Thrillerserie orientierte. Tony und Ziva geraten in eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes und bekommen es mit mächtigen Feinden zu tun, vor denen es fast kein Entrinnen gibt. Dazu gehören Erpressung, Raub, Mord, Verfolgungsjagden und hoch professionell gestaltete und bisweilen sogar innovativ gedachte Action.

Als Beispiel sei eine besonders pfiffige Idee erwähnt, die in der zweiten Folge zu sehen ist. Unsere beiden Helden verfolgen einen Computerhacker, der mit seinem Kollegen Boris (witzig: Maximilian Osinski) an 9.4 gearbeitet hat und geraten dabei ins Visier ihrer Gegner. Die benutzen das Tool nun dazu, sämtliche modernen Autos in ihrer Umgebung zu hacken, um Tony und Ziva mittels Selbstfahrfunktion zu verfolgen und bestenfalls umzubringen. Die dazugehörigen Szenen sind spannend und fühlen sich erfreulich frisch an.

Abgesehen von der Action kommt aber auch der Humor nicht kurz. In der dritten Folge verstecken sich die beiden Ex-Agents in der Skihütte von Tonys Freundin, da er glaubt, sie verbringe den Sommer ohnehin in der Stadt. Stattdessen steht seine Angebetete samt muskelbepacktem Ehemann aber einige Minuten überrascht in der Tür.

Den Rest überlassen wir an dieser Stelle der Fantasie des Publikums, das möglichweise in der Serie noch nicht so weit vorgedrungen ist. Es sei jedoch erwähnt, dass die Serie zwischendurch immer wieder mit einer netten humorvollen Einlage aufgelockert wird, um den Thriller nicht allzu hart werden zu lassen.

Die Story

Dennoch ist die Story dicht genug, um den Wunsch zu verspüren, die drei ersten Episoden auf jeden Fall durchbingen zu wollen. Ohne zu viel zu spoilern bekommen es Tony und Ziva mit Gegnern zu tun, die ihnen das Leben nicht nur schwer machen, sondern das Zeug dazu haben, sie aufzuspüren und auszuschalten. Dazu gehört auch eine falsch gelegte Fährte, die Tony als Initiator des auslösenden Cyberangriffs auf die Konten von Interpol darstellen.

Interessant ist zudem die Idee, mit Tonys Freund und hochrangigen Interpolbeamten Henry (James D'Arcy) einen möglichen Verräter in seinen Reihen einzuführen. Auch hier möchten wir aus Spoilergründen nicht allzu tief ins Detail gehen, doch dieser Kniff bringt zusätzliche Würze in den Plot und sorgt für noch mehr Spannung.

Tony DiNozzo (Michael Weatherly) auf einem Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“
Tony DiNozzo (Michael Weatherly) auf einem Szenenfoto aus der Serie „NCIS: Tony %26 Ziva“ - © Paramount+

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Macher von „NCIS=Tony & Ziva“ weiterhin an ihr Konzept halten und das Original außen vor lassen. Das „NCIS“ im Titel dient bisher jedenfalls lediglich als Erkennungsmerkmal dafür, dass die Serie dem inzwischen auf über eintausend Episoden mit insgesamt acht Formaten angewachsenen Universum angehört.

Tatsächlich stehen die ersten drei Folgen aber aufs Angenehmste für sich selbst und können damit auch von einem unbedarften Publikum problemlos genossen werden. Großartige Vorkenntnisse benötigt man für das Anschauen nicht. Das ist ein guter Weg für die Serie, denn so erhalten Tony und Ziva nicht nur die faire Chance auf einen für Altfans attraktiven Neuanfang, sondern auch auf ein neues Publikum bei Paramount+, das mit dem „NCIS“-Universum noch nicht so vertraut ist.

In Deutschland tut der Streamingdienst jedenfalls nicht gerade viel für seine Fans. Die Mutterserie ist bis heute nicht vollständig zu sehen, lediglich die Staffeln zwölf bis achtzehn stehen dort online. Dasselbe gilt übrigens auch für NCIS: Los Angeles - das viel zu früh abgesetzte NCIS: New Orleans ist dabei gar nicht erst zu finden... Für einen Service, der gerade die Preise von 7,99 € auf 9,99 € erhöht hat, ist das nicht nur zu wenig, sondern fast schon beschämend. Das hat jedoch nur wenig mit „NCIS: Tony & Ziva“ zu tun, die bisher so unterhaltsam daherkommt, dass man ihr nur das Beste wünschen kann.

Wir verteilen daher viereinhalb von fünf Verfolgungsjagden.

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