iZombie 3x13

© ongayi Chirisa und Rose McIver in „iZombie“ / (c) The CW
In der Episode Looking for Mr. Goodbrain der Serie iZombie vergrößert sich Seattles Zombiepopulation nach einem internen Tumult bei Fillmore Graves beträchtlich. Die Wahrheit über Zombies lässt sich nicht weiter unterdrücken und der unausweichliche „Discovery Day“ bringt befürchtete Konflikte mit sich.
Aleutian Flu
Für Liv (Rose McIver) und ihre Freunde gibt es nach der Explosion auf Majors (Robert Buckley) Party gibt es kaum Zeit zum Durchatmen, denn der Aleutian Flu Virus droht die Stadt zu überrollen. Von der Vermutung getrieben, Chase Graves (Jason Dohring) könnte die tödliche Krankheit durch seinen Hund eingeschleust haben, führt es sie zu dessen neuem Anwesen.
Chase streitet ihre Vermutung jedoch ab und stößt durch ihre Theorie kurze Zeit später auf Verräter in den eigenen Reihen, die ihn und seine Führung ablösen wollen und eine Meuterei anzetteln. Angeführt wird diese von Carey Gold (Anjali Jay), die er daraufhin in sein Büro zum Rapport bestellt, um diese zu konfrontieren. Ihr Versuch ihn auszuschalten, endet allerdings tödlich für sie.
Nachdem er feststellt, dass es keine wirkliche Wahl mehr gibt, als ihren Plan weiterzuverfolgen und ein beachtlicher Teil der Bevölkerung der Stadt bereits durch die Impfung vor der Krankheit sich mit dem Zombievirus angesteckt hat, überschlagen sich die Ereignisse: Dale Bozzio (Jessica Harmon) infiziert sich, während Major zuvor die Entscheidung trifft im Dienst von Fillmore Graves wieder ins Boot der Zombies zurückzukehren.
Diese beiden Schicksale sind allerdings nur Beiwerk zur großen Enthüllung, denn nach der Masseninfizierung lässt sich die Existenz von Zombies, die Liv mit Hilfe von Nachrichtensprecher Johnny Frost (Daran Norris) an die Öffentlichkeit trägt, nicht länger verbergen. Auch Chase springt in die Bresche und gibt eine Erklärung zur Lage ab und übernimmt die Verantwortung, sich um die neuen Zombies zu kümmern und diese zu versorgen und aufzuklären.
Doch der Übergang verläuft nicht ausschließlich friedlich und Fillmore Graves ist gezwungen, sich einer gewaltbereiten Bevölkerungsgruppe mit militärischer Härte entgegenzustellen, während Liv und Ravi (Rahul Kohli) einen möglichen Impfstoff einem eventuell folgenschweren Praxistest unterziehen.
Zombies are not monsters
Looking for Mr. Goodbrain; Part 2 nimmt die Stärken und Schwächen der dritten Staffel von iZombie auf und spiegelt diese wider. Eines der größten Mankos der Staffel ist es gewesen, dass durch die ambitionierte Vielschichtigkeit der zahlreichen Plots einige Episoden gehetzt und vollgepackt wirkten. Auch das Staffelfinale hat ein wenig Mühe, den spannenden Entwicklungen und Enthüllungen gebührend Zeit einzuräumen. Grundsätzlich verstärkt sich der Eindruck, dass Rob Thomas viel lieber 20 Folgen und mehr gehabt hätte, um seinen Charakteren und ihren Geschichten die nötige Zeit einzuräumen.
So bleibt etwa kaum Zeit, Livs Geständnis gegenüber Justin zu verdauen, über Majors Entscheidung nachzudenken, oder Ravis Wagnis zu verarbeiten. Auch wenn die Choreographen-Szene im Scratching Post einfach herrlich war, so macht sich über Blaines (David Anders) Rolle im Finale ein wenig Enttäuschung breit, da er als wichtiger Charakter während der Staffel nun ziemlich außen vor blieb.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Episode schwach gewesen ist: Die unaufhaltsame Fahrt bis zur Ankunft des Discovery Day wurde spannend und unterhaltsam umgesetzt. Dabei verließ man sich auf die Integrierung diverser Schlüsselcharaktere der Stadt wie Bürgermeister Floyd Baracus (Kurt Evans) oder vor allem auch Newsanchor Johnny Frost (Daran Norris), die im Mikrokosmos der Serie klugerweise immer wieder präsent gehalten wurden. Frosts dreistes aber witziges Vordrängeln war wiederum eine typische Aktion, die ihn als wiederkehrenden Charakter aufgrund seines Charismas so beliebt macht.
Es ist eine ganz besondere Kunst der Serie, etliche Elemente im Zuge der Staffel aufzubauen, um diese im Finale wieder aufzugreifen, sodass viele Handlungen der Charaktere sich nachvollziehbar für den Zuschauer anfühlen. So war es auch nachdem Clives (Malcolm Goodwin) Krankheitsphobie in der letzten Episode etabliert wurde logisch, dass er ganz vorne bei denjenigen Stand, die sich impfen ließen. Nachdem der Fall der getöteten Familie aufgeklärt wurde, bekam er mit Dales Infektion geschickterweise gleich die nächste emotionale Bindung an die aktuelle Haupthandlung, die seine Motivation in der Zukunft bestimmen dürfte.

Die Auflösung mit Carey Gold (Anjali Jay) als Drahtzieherin war im Grunde weder spektakulär noch langweilig. Dafür hinterließ Chase Graves (Jason Dohring) beim Versuch ihrer Machtübernahme einen wesentlich einprägsameren Eindruck, denn wir sehen in Aktion, warum ihn seit seinem ersten Auftritt diese explosionsartige Aura der Selbstsicherheit umgibt.
Ähnlich wie bei seiner Schwester Vivian war nicht einfach einzuschätzen, ob er in das Raster von gut oder böse einzuordnen ist. Durch seine Handlungen hat er zumindest bewiesen, dass er auf der gemäßigten Seite steht, die auf eine direkte Konfrontation zwar vorbereitet, aber keineswegs darauf aus ist. Auch seine Reaktion auf Livs ungeschickten Einbruch lässt ihn langsam aber sicher auf der Seite der sympathischen Charaktere Fuß fassen.
Längst dazu gehört Ravi, dessen gemeinsame Szene mit Liv zum Schluss der Episode noch einmal ins Gedächtnis ruft, wie viel die beiden in der Serie bereits durchgemacht haben. Diese emotionale Szene gehörte aber definitiv zu denjenigen, denen ruhig ein wenig mehr Zeit hätte eingeräumt werden können.
Liv blieb dieses Mal ganz sie selbst ohne Fremdeinfluss eines Gehirns. Das hatte ihre Ehrlichkeit gegenüber Justin zufolge, der ihrer Beziehung, indem er sie ihm Korridor verriet, wohl den endgültigen Todesstoß versetzte. Ob das den Weg für sie und Major (Robert Buckley) bereitet, lässt sich nicht sicher sagen, denn beide dürften ein wenig Zeit brauchen, um sich von ihren Trennungen und Verlusten zu erholen. Abseits der emotionalen Ereignisse schaffte sie es aber auch, für eine der komischsten Szenen der gesamten Staffel zu sorgen, nachdem ihr Max Rager zwar zunächst Flügel spendierte, sie aber dank der Überschätzung ihrer Kräfte auf Tauchstation im Pool von Chase ging. Die Mischung aus abwechselnd spannenden und emotionalen Momenten, die wiederum vom einzigartigen Humor regelmäßig aufgelockert und abgelöst werden, sind nach wie vor Gründe, warum iZombie so wunderbar funktioniert.
Fazit
iZombie liefert ein insgesamt gutes Staffelfinale ab, dass ein wenig an Zeitmangel leidet, aber trotzdem alle wichtigen Elemente hielt, die es versprach. Auffällig war auch die passende Songauswahl, welche ein oft vernachlässigtes Detail ist, welches aber immer wieder zu den vielen Stärken der Serie gehört, die eine kurzweilige Staffel auf die Beine gestellt hat, die sowohl im Drama als auch im Comedybereich durchgehend punkten kann.
Verfasser: Tim Krüger am Mittwoch, 28. Juni 2017iZombie 3x13 Trailer
(iZombie 3x13)
Schauspieler in der Episode iZombie 3x13
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