High School Musical The Musical The Series: Review der Pilotepisode

High School Musical The Musical The Series: Review der Pilotepisode

Mit der Mockumentary High School Musical The Musical The Series präsentiert der neue Streamingservice Disney+ seine erste Eigenproduktion. Schlägt das Lieblingsmusical vieler Millennials nun auch bei der Generation Z ein?

Szenenbild von High School Musical The Musical The Series: Der Mythos lebt weiter... (c) Disney+
Szenenbild von High School Musical The Musical The Series: Der Mythos lebt weiter... (c) Disney+
© zenenbild von High School Musical The Musical The Series: Der Mythos lebt weiter... (c) Disney+

High School Musical“ war und ist die „Rocky Horror Picture Show“ der Generation „Harry Potter“, sprich der späten Millennials und frühen Generation Zler. Man kann quasi wahllos jedem Menschen unter 30 den Gesangsvers „We're soariiin'“ ins Gesicht trällern und automatisch mit einem emotional aufgeladenen „Flyiiin'“ als Reaktion rechnen. Und für sehr viele aus ebendieser Kohorte dürften Troy (Zac Efron) und Gabriela (Vanessa Hudgens) die ersten großen Film-Crushes gewesen sein.

Disney+ hatte also gute Gründe, als erste Eigenproduktion eine Neuauflage dieses außerordentlich wertvollen und darüber hinaus noch halbwegs frischen Franchise einzuplanen. Bevor der neue Streamingservice am Dienstag, den 12. November in den USA, den Niederlanden und in Kanada offiziell startet (hierzulande erscheint die VoD-Plattform im März 2020 auf der TV-Landschaft), wurde High School Musical: The Musical: The Series am Wochenende schon bei ABC präsentiert. Geht das Spiel mit der Nostalgie auf?

The Start of Something New

Die Prämisse der zehnteiligen Comedyserie ist ein wenig kompliziert: Es handelt sich um eine Mockumentary, in der es um die Schule geht, an der vor fast 15 Jahren „High School Musical“ gedreht wurde. Im Zentrum steht die neue Theaterlehrerin Miss Jenn (Kate Reinders), die sich selbst als großen Fan der musikalischen Disney-Trilogie bezeichnet und angeblich sogar als Statistin involviert war. Als sie erfährt, dass das Stück an der echten East High School tatsächlich noch nie aufgeführt wurde, glaubt sie, endlich ihre Bestimmung gefunden zu haben. Und schnell bekommen auch die Schüler Lust auf das Projekt.

Vor allem die schüchterne Nini (Olivia Rodrigo), die davon träumt, eines Tages auf dem Broadway aufzutreten, sieht ihre Chance, in der Rolle der Gabriela groß rauszukommen. Ihr Exfreund Ricky (Joshua Bassett), der sich vor wenigen Wochen von ihr getrennt hat, nachdem sie ein zuckersüßes Liebeslied für ihn bei Instagram gepostet hatte, versucht ebenfalls sein Glück. Doch er träumt nicht von einer Karriere als Musicalstar, sondern nur davon, sie wieder zurückzuerobern. Einer will das allerdings verhindern: Ninis neuer Freund E. J. (Matt Cornett), bei dem es sich um eine attraktive Sportskanone handelt. Genau wie Ricky bewirbt auch er sich um die männliche Hauptrolle des Troy. Wer zieht am Ende den Kürzeren?

Szenenbild von High School Musical The Musical The Series: Romantik ist nicht tot...
Szenenbild von High School Musical The Musical The Series: Romantik ist nicht tot... - © Disney+

Die unschuldige Lovestory von Troy und Gabriela nun mit einem vertrackten Liebesdreieck zu vermischen, gehört mitunter zu den klügsten Entscheidungen, die der Serienschöpfer Tim Federle („Ferdinand“) getroffen hat. Denn schon in der Pilotepisode mit dem Titel The Auditions ergeben sich so viele peinliche Momente. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut High School Musical: The Musical: The Series tatsächlich auch als Comedy funktioniert, denn normalerweise haben Disney-Witze oft etwas sehr Zahmes, fast schon Streberhaftes. Vor allem auf der Metaebene macht die Serie großen Spaß, was bereits am genial sperrigen Namen deutlich wird. Und eben auch an der ziemlich abgedrehten Grundprämisse.

Auf der anderen Seite tappt die Serie nicht in die Falle, zu albern zu sein. Vor allem, als Ricky seinen Song für Nini aufführt, kommen durchaus echte Emotionen auf. Ganz ohne Romantik geht es „High School Musical“ eben auch nicht. Und tatsächlich sind sogar diese völlig neuen Songs kein Ärgernis, wie es sonst oftmals der Fall ist, wenn eine Neuauflage sich vom Original abheben will. Zumal die ganzen alten Hits wie „Start of Something New“ oder „Stick to the Status Quo“ ebenfalls vorkommen.

Der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor dürfte am Ende allerdings das Schauspielensemble sein, das sich immerhin mit Stars wie Zac Efron, Vanessa Hudgens und Ashley Tisdale messen muss. Zwar machen die bereits erwähnten Youngsters wie Olivia Rodrigo, Joshua Bassett und Matt Cornett allesamt fraglos eine gute Figur, sehen gut aus und können gut singen, doch, ob sie es auch wirklich in die Herzen der Fans schaffen, kann nur die Zeit zeigen. Besonders von der natürlichen Chemie der Liebespaare hängt am Ende vieles ab. Man neigt jedoch zu leichtem Optimismus...

Fazit

Alles in allem erweist sich die metahumorige Mockumentary High School Musical: The Musical: The Series durchaus als äußerst vielversprechende erste Eigenproduktion von Disney+. Ihr Chefautor Tim Federle zeigt bereits in diesem frühen Stadium sehr viel Selbstbewusstsein und Experimentierfreudigkeit mit dem Stoff, der bei vielen künftigen Abonnentinnen und Abonnenten des neuen Streamingservice noch immer einen besonderen Platz im Herzen haben dürfte. Und dank der wie beim Maushaus üblich gut gewählten jungen Serienstars scheint auch die Fackelübergabe an die nächste Generation problemlos zu gelingen. Ein perfekter Mix aus Nostalgie für das Alte und ebenso aus ironischer Distanz, wenn es um den Blickwinkel der heutigen Zeit geht.

Hier abschließend noch der Trailer zur US-SerieHigh School Musical The Musical The Series:

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