He-Man and the Masters of the Universe: Das Schwert von Grayskull - Review der Pilotepisode

He-Man and the Masters of the Universe: Das Schwert von Grayskull - Review der Pilotepisode

Im Jahr 2021 gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei Animationsserien rund um He-Man und die Masters of the Universe. Der aktuelle Neustart richtet sich allerdings recht eindeutig an eine jüngere Zielgruppe, die auch von Trollhunters oder Fortnite zu begeistern wäre.

Szenenfoto aus der Serie He-Man and the Masters of the Universe (c) Netflix
Szenenfoto aus der Serie He-Man and the Masters of the Universe (c) Netflix
© zenenfoto aus der Serie He-Man and the Masters of the Universe (c) Netflix

He-Man and the Masters of the Universe“-Serien gibt es seit den 1980ern immer wieder. Das Original ab 1983, dann „The New Adventures of He-Man“ ab 1990, das Reboot aus dem Jahr 2002 und 2021 folgten nun die sehenswerte, wenn auch kontroverse Fortsetzung Masters of the Universe: Revelation von Kevin Smith und schließlich He-Man and the Masters of the Universe, deren erste beiden Episoden ich nachfolgend besprechen werde.

Bei der Veröffentlichung des Trailers wurde gezeigt, dass wir es hier mit CGI-Animation im Stil von Trollhunters haben und dass die Serie sich direkt an ein sehr viel jüngeres Publikum richtet als der Ansatz von Smith und seinen Kolleg:innen. Mein erster Eindruck damals: „Fortnite“-Fans könnten ihre Spaß haben und auch die Freunde der DreamWorks-Animationsserien der Studios House of Cool („Kipo and the Age of Wonderbeasts“ und CGCG (Trollhunters) werden wohl angesprochen. Ich hätte mir persönlich lieber etwas in Richtung The Dragon Prince gewünscht, aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert...

He-Man and MMORPGs of the Universe?

Die von Rob David („Teenage Mutant Ninja Turtles“) entwickelte Serie wird von Adam Bonnett („Descendants“), Christopher Keenan („Batman Beyond“) und Rob David („TMNT“) als Executive Producer produziert. Und wie schon bei den mannigfaltigen Reboots der Turtles sind für mich die Figuren teilweise recht schwer zu erkennen, wenn sie nicht beim Namen genannt werden. Teela aka Sorceress (Kimberly Brooks) etwa konnte ich ebenso wenig spontan ihrer Vorlage zuordnen wie Kress (Judy Alice Lee), die eine weibliche Version von Ram-Man ist, entsprechend Ram Ma'am heißt und in dieser Fassung Adams beste Freundin darstellt. Duncan aka Man-at-Arms (Antony Del Rio) befindet sich zunächst auf der Seite der Bösen Evil-Lyn (Grey Griffin), wechselt dann aber, wie es sich gehört, die Lager.

Die junge Magierin Teela findet das Schwert der Macht und hört plötzlich Stimmen. Sie soll es zum Champion von Eternia bringen, damit dieser seine Bestimmung erfüllen kann. Also kreuzen sich ihre Wege mit Adam (Yuri Lowenthal, Peter Parker aus dem Playstation-Spiel „Marvel's Spider-Man“). Als dieser das Schwert bei einem Konflikt mit Evil-Lyn und ihren Gefährten in die Hände bekommt, verwandelt er sich in He-Man. Das lockt jedoch auch Keldor (Ben Diskin) an, der ebenfalls nach dem mächtigen Schwert strebt und es für seine Zwecke einsetzen möchte. Es entbrennt ein Konflikt rund um die Macht von Eternia und die beiden Seiten sammeln Teams um sich. Denn anfangs glaubte König Randor noch, dass sowohl sein Sohn Adam als auch sein Bruder Keldor vor Jahren wegen des Schwertes ums Leben gekommen waren...

Bei der Macht von Fortnite!

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Netflix - © Netflix

He-Man and the Masters of the Universe“ aus dem Jahr 2021 ist für die junge Zielgruppe des Jahres 2021 gemacht, die am liebsten „Fortnite“, „League of Legends“ oder „Overwatch“ spielt oder „Minecraft“ suchtet. Die Figurendesigns sind entsprechend klobig und kantig. Action und „Pew! Pew! Pew!“ wird großgeschrieben. Humor und Slapstick sind an der Tagesordnung und der Gewaltgrad ist nicht ganz so konsequenzenreich wie bei „MotUR“ von Kevin Smith. Leider sorgt das allerdings bei mir dafür, dass mein Interesse beim Anschauen nicht so stark gehalten wird wie bei der anderen „MotU“-Serie, die Netflix bereits präsentiert hat.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich das Figurendesign wenig ansprechend finde und auch die Charakterisierungen zu wünschen übrig lassen. Ich erkenne bei Adam und Cringer beispielsweise den Kern des Gewollten und auch bei Evil-Lyn und Keldor sehe ich gute Ansätze, aber das reicht mir nicht, um ernsthaft dran bleiben zu wollen. Wie schon in der „MotU“-Serie aus dem Jahr 2002 sind Adam und Skeletor miteinander verwandt, was ich im Prinzip eigentlich als spannende Angelegenheit ansehe. Ebenso, dass wir es nicht direkt mit einem Skeletor zu tun haben, wie wir ihn sonst immer sehen, sondern es mal etwas Abwechslung gibt. Wobei sein Streben nach Macht und der Beherrschung Eternias natürlich weiterhin im Fokus stehen. Der Konflikt zwischen Technologie und Magie wird ebenfalls wieder angeschnitten und diesmal auch offenbar durch eine Dorf-versus-Stadtgeschichte ergänzt. Irgendwo geht es immer um Tradition versus Fortschritt. Mehr als einen Tiger der Marke Cringer gibt es übrigens auch und so gehört Adam zunächst dem Tiger-Tribe an, inklusive putzigem Kitty-Charakter.

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Masters of the Reboot-Verse

Im Kern scheinen wir es mit einer sehr witzlastigen Serie zu tun zu haben, die eher an Ultimate Spider-Man erinnert als an „Spectacular Spider-Man“, wenn man es mit Spidey-Analogien vergleichen möchte. Oder die eben mehr an Trollhunters als an The Dragon Prince erinnert, was ja nicht schlimm ist und der Zielgruppe völlig gegönnt sei. Aber ich und Durchschnitts-Serienjunkies fernab der 30 sind dann wohl nicht mehr in der gewünschten Referenzgruppe drin. Ob den jungen Zuschauern die Einführung klar genug und packend genug ist, um am Ball zu bleiben, fällt mir ebenfalls schwer einzuschätzen. Im Kern ist das Franchise nämlich - und da müssen wir uns nichts vormachen - eine Spielzeugwerbung von Mattel, die daran interessiert ist, immer neuen Generationen die Figuren zu verkaufen. Doch schafft man es damit, bei der Generation, die mit Smartphones, YouTube und Videospielen groß geworden ist, zu punkten? Man wird sehen... Animationsserien für das junge Publikum wie Voltron: Legendary Defender, das bereits erwähnte „Trollhunters“, aber auch She-Ra and the Princesses of Power, von denen viele von „DreamWorks“ für den Streaming-Marktführer produziert wurden, haben sich als langlebig herausgestellt, während „He-Man“-Marktbegleiter „Thundercats“ mit der letzten Serie „ThunderCats Roar“, das eher an Steven Universe erinnerte, im klassischen US-Kabelfernsehen ziemlich untergegangen ist, so dass nun schon zwei „Thundercats“-Fortsetzungen als Flops abgestempelt werden müssen, was vor allem beim ersten Versuch aus dem Jahr 2011, der zu wenige Spielzeuge verkaufte, bis heute schade ist...

He-Man“ und seine Heldenkollegen sind in gewisser Weise wie die „TMNT“ immer wieder reif für Innovation und neue Ansätze. Zudem gibt es immer wieder Hit-or-Miss-Ideen von wechselnder Qualität. Sprich: Gefällt einem ein Ansatz nicht, muss man eigentlich nur maximal fünf bis zehn Jahre warten und es gibt eine neue Serie, eine neue Actionfigurenreihe oder einen neuen Film. Das ist auch völlig legitim. Zudem glaube ich nicht, dass diese neue CGI-Serie auch nur ansatzweise die Wellen wie „MotUR“ schlagen wird. Zwar sind die Figuren und ihre Redesigns für manche sicherlich gewöhnungsbedürftig oder einfach nicht nach dem individuellen Geschmack, gefühlt gab es aber auch jetzt schon deutlich weniger Aufmerksamkeit für dieses Format. Die Stimmen der Sprecher im englischen Original sind zwar alle ordentlich bis gut, aber generieren ebenfalls nicht so viel Leidenschaft oder Enthusiasmus bei mir persönlich, wie die von „MotUR“, in dem Leute wie Mark Hamill, Chris Wood, Sarah Michelle Gellar oder Lena Heady involviert waren/sind.

Fazit

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Ich wünsche allen, die ihre Freude an He-Man and the Masters of the Universe haben, viel Spaß und Unterhaltung damit. Ich glaube aber, dass ich das Ganze eher passiv verfolgen werde. Vielleicht lasse ich die weiteren Folgen mal nebenbei laufen. Aber große Passion oder Gefühle in eine positive oder negative Richtung wollten sich beim Anschauen der ersten beiden Folgen nicht einstellen. Es ist weder großartig noch grottig, was mir hier angeboten wird. Gleichzeitig - so abgedroschen das klingen mag - ist das für mich einfach nicht mein He-Man oder mein Eternia und somit nehme ich die Existenz eher zur Kenntnis, ohne es zu verteufeln oder zu feiern. Denn manche Serie aus einem Franchise ist einfach für eine Zielgruppe, zu der ich nicht gehöre - und das ist auch völlig in Ordnung.

Passend zum Thema: Kritik zur Serie Masters of the Universe: Revelation

Masters of the Universe - Revelation: Spoilertalk im Serienjunkies-Podcast

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Animationsserie „He-Man and the Masters of the Universe“ auf Netflix:

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