Fellow Travelers 1x01

Fellow Travelers 1x01

Die Miniserie „Fellow Travelers“ folgt anhand einer tragischen Liebesgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der US-Geschichte. Die zwei Hauptdarsteller Matthew Bomer und Jonathan Bailey glänzen in dem politisch aufgeladenen Romantikthriller.

Matthew Bomer und Jonathan Bailey in der Serie „Fellow Travelers“
Matthew Bomer und Jonathan Bailey in der Serie „Fellow Travelers“
© Showtime/Paramount+

Von der Roten Angst unter Senator McCarthy über die Hippie-Proteste gegen den Vietnamkrieg bis hin Disco und zur AIDS-Krise: Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war in den Vereinigten Staaten von Amerika alles andere als ereignislos. Wie es sich angefühlt haben muss, diesen Wirbelwind der Geschichte mitzuerleben, versucht uns nun die neue Miniserie Fellow Travelers näherzubringen, die jüngst bei der Streaming-Plattform Paramount+ (und parallel beim Kabelsender Showtime) präsentiert wurde.

Geschrieben wurde der Siebenteiler von Ron Nyswaner (Ray Donovan, Homeland), der schon 1993 eine Oscarnominierung für das Drehbuch zum Filmdrama „Philadelphia“ erhalten hatte. Als Vorlage nahm er einen 2007 veröffentlichten Roman von Thomas Mallon. Die Inszenierung überließ der Serienschöpfer derweil dem Regisseur Daniel Minahan (Halston, Game of Thrones).

Für die zentralen Hauptrollen der queeren Romantik-Thrillerserie wurden Matthew Bomer (White Collar, „Magic Mike“) und Jonathan Bailey (Bridgerton, Broadchurch) angeheuert. Sie spielen die gemeinsamen Reisenden, deren sexuelle Anziehung alle Hürden der Gesellschaft überfordert - und sie doch nicht überwinden kann.

Worum geht es in der Serie „Fellow Travelers“?

Die mehr als einstündige Pilotepisode von „Fellow Travelers“, die den Titel You're Wonderful trägt, beginnt mit dem ersten Kennenlernen von Hawkins Fuller (Bomer) und Timothy Laughlin (Bailey). Das war bei einer Feier zum Wahlsieg von Dwight D. Eisenhower, der Anfang der 1950er Jahre zum 34. Präsidenten der USA gewählt wurde. Ein gewisser Joseph R. McCarthy war da ebenfalls zugegen. Er spielt in der Serie keine unwichtige Rolle - porträtiert wird die historische Persönlichkeit dabei von Chris Bauer (True Blood, The Deuce).

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Als Zuschauer:in spürt man sofort die besondere Verbindung zwischen Hawk und Tim, obwohl - oder vielleicht gerade weil - die zwei Männer so unterschiedlich sind. Passend zu seinem Namen nimmt der abgeklärte Weltkriegsveteran Hawk (ein Typ wie Don Draper aus Mad Men) den naiven Tim ins Visier. Er genießt das Spiel der Verführung und etabliert rasch die Dominanz in der Beziehung, was sich auch durch den Fetisch rund um seine Füße ausdrückt. Folge eins von „Fellow Travelers“ ist voll mit mal sanfteren, mal härteren Sexszenen, in denen die Chemie zwischen Bomer und Bailey toll zum Vorschein kommt.

Matthew Bomer und Jonathan Bailey in „Fellow Travelers“
Matthew Bomer und Jonathan Bailey in „Fellow Travelers“ - © Showtime/Paramount+

Im Mittelpunkt der Dynamik steht vor allem die Frage, wie viel Hawk und Tim jeweils von einander preisgeben. Während Tim sein Herz ausbreitet und über seine politischen Überzeugungen, seine Glaubenskrise und erste sexuelle Erfahrungen spricht, gibt Hawk ihm nichts von sich selbst zurück. Das Ganze gipfelt in einer großen letzten Geste, als Hawk dann doch über seinen Schatten springt. Auch gibt er seinem Liebhaber den Ratschlag, sich lieber von ihm fernzuhalten. Doch ein verhängnisvollerweise defektes Türschloss garantiert, dass die Geschichte weitergehen kann...

Chef-Autor Nyswaner versucht im Auftakt gar nicht zu verheimlichen, dass die Lovestory von Hawk und Tim nicht gut ausgeht. So sehen wir früh, wie Hawk irgendwann in den 1980er Jahren - er ist dann bereits verheiratet mit Lucy, gespielt von Girls-Star Allison Williams - die Hiobsbotschaft erreicht, dass Tim im Sterben liegt. Die bittere Nachricht liefert ihm ein alter Weggefährte namens Marcus (Jelani Alladin), der aber mehr Gegenspieler als Verbündeter zu sein scheint.

Die Serie gibt eine ganz nüchterne Erklärung dafür ab, warum es zwischen Hawk und Tim nicht klappen konnte. Und die begründet ein Stück weit auch Hawks Verschlossenheit: Er ist ganz einfach vorsichtig, was seine Anziehung zu Männern angeht, denn er hat im Lauf seiner langen Karriere im Staatsdienst oft genug erlebt, dass Kollegen fahrlässig wurden und alles verloren. In der McCarthy-Ära war eben alles vermeintlich Subversive höchst gefährlich.

Wie ist die Serie „Fellow Travelers“ gelungen?

Alles in allem liefert die neue Showtime-Miniserie Fellow Travelers einen guten Einstieg. Vor allem Mad Men-Fans sollten dem politischen Historiendrama mit Matthew Bomer und Jonathan Bailey als schwules Liebespaar in turbulenten Zeiten eine Chance geben. Bomer sieht nicht nur aus wie Don Draper, sondern verhält sich auch ähnlich. Und ähnlich wie beim AMC-Klassiker gelingt es hier dem Showrunner Ron Nyswaner, geschichtliche Ereignisse mit Fiktion und persönlichen Perspektiven zu verbinden. So kann man wirklich eintauchen in diese Ära.

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Vier von fünf Socken. Neben der hochwertigen Inszenierung und dem starken Schauspiel von Bomer und Bailey - die Serie ist vor allem eine Bühne für die beiden, ihr ganzes Können und ihren sich perfekt ergänzenden Charme abzurufen - besticht der Neustart am meisten durch Nyswaners Writing. Anhand der Romanze dieser beiden Hauptfiguren kann der Autor mehrere Jahrzehnte moderner US-Geschichte ansprechen. Und er lässt dabei Sätze fallen, die hängen bleiben: „Gott kann man verzeihen für das, was ich tue. Aber ich kann ihm nicht verzeihen, dafür, wie er mich gemacht hat.

Hier der Trailer zur neuen Showtime-Miniserie „Fellow Travelers“:

Verfasser: Bjarne Bock am Freitag, 27. Oktober 2023

Fellow Travelers 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Fellow Travelers 1x01)
Titel der Episode im Original
You're Wonderful
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 27. Oktober 2023 (Showtime)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 28. Oktober 2023
Autoren
Thomas Mallon, Ron Nyswaner
Regisseur
Daniel Minahan

Schauspieler in der Episode Fellow Travelers 1x01

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