Dead of Summer 1x01

Dead of Summer 1x01

Ganz kurz sieht es so aus als ob die neue Freeform-Serie positiv überraschen könnte, doch noch in der ersten Minute wird klar: Die Lage ist dramatischer als gedacht - Dead of Summer ist qualitativ eine Totgeburt.

Cast der Serie „Dead of Summer“ / (c) Freeform
Cast der Serie „Dead of Summer“ / (c) Freeform

Dead of Summer ist Freeforms erster Ausflug ins Horrorfach, da sollte man schon mal etwas Milde walten lassen. Aber der Welpenschutz läuft in der fünften Minute ab, als die Campleiterin mit irrem Blick erzählt, dass sie eine gaaaanz besondere Beziehung zu diesem Ort hat und als der creepy Gärtner um die Ecke kommt und alle einfach mal so bedroht. Und langsam beschleicht einen das Gefühl, dass es schon seinen Sinn hatte, dass der Sender, der bis vor kurzem als ABC Family firmierte, sich aus dem Horrorgenre ferngehalten hat.

Was hier los ist

Ein paar Jugendliche fahren als Betreuer in ein Sommercamp, in dem die meisten von ihnen einige Jahre zuvor als Teilnehmer waren. Doch dann musste das Camp seine Pforten schließen, vermutlich aufgrund eines Massenmordes. Die Dead of Summer-Autoren wollen die Geschichte des Ortes noch nicht aufdecken, aber dann wollen sie auch verhindern, dass diejenigen, die zwischendurch zur Toilette müssen oder Wäsche aus der Maschine holen, die mörderische Sache verpassen könnten. Also lassen sie keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen.

Das Jahr 1989, der Ort ein Feriencamp mitten in den Wäldern, die Truppe eine Handvoll Jugendlicher (vertreten sind alle Stereotype vom hübschen Macho über die schüchterne Neue bis hin zum stillen Emo). Und sie machen ihren Klischees alle Ehre. Der schlagfertige Homosexuelle darf angesichts eines jungen Polizisten raunen: „Von dem würde ich mich jederzeit fesseln lassen.“ Der gruselige Gärtner darf der unsicheren Neuen nachts im Wald auflauern und ihr unangemessen nah ins Gesicht stöhnen: „Du musst hier weg, dieser Ort ist böse, je länger du bleibst, desto schlimmer wird es.

Und letzterer lässt wirklich nichts aus, um uns zumindest in der Sicherheit zu wiegen, dass es in dieser Serie keine Überraschungen gibt. Nach seiner Warnung taucht er eben wieder vor jener Neuen auf, als Toter unter Wasser. Mit Rücksicht auf zartbesaitete Gemüter tut Amy (Elizabeth Lail), nachdem sie von dem hübschen Alex (Ronen Rubinstein) vom Steg ins Wasser gezogen wurde, genau das, was man an dieser Stelle der Episode auch erwarten darf: Sie starrt tauchenderweise so lange ins trübe Wasser, bis alle Zuschauer sicher sein können, dass sich gleich der Kopf einer Leiche aus den Algen lösen wird.

Wer sich davon beleidigt fühlt, der sollte dann auch vor dem Wettbewerb abschalten, den alle Figuren um die Jugendlichen sich liefern. Der Einfachheit halber haben sie ihre Charaktere zu Hause gelassen und konzentrieren sich darauf, beschäftigungslos nachts im Wald herumzulaufen oder hinter Fenstern zu stehen. Da sollte es auch nicht verwundern, dass niemand die Betreuer nach Hause schickt, nachdem an einem Ort mit krimineller Vergangenheit jemand umgebracht wurde. Gut, dass der attraktive Jungspund-Cop sich seine Sporen verdienen will indem er, naja, halt ermittelt. Natürlich nachts und in Begleitung von Amy.

Fehlt noch was, Lagerfeuer mit gruseliger Geschichte, check, ziemlich ätzende Gestaltung von 80er-Mode nach aktuellem Geschmack um das jugendliche Publikum nicht abzuschrecken, check, eine Videokamera, durch deren Objektiv plötzlich gruselige Schatten und unheimliche Menschen zu sehen sind, check. Ist das alles? Nein, wir bekommen auch noch die obligatorischen Rückblicke in die jüngere Vergangenheit von Amy, in denen sich herausstellt, dass sie gemobbt wird und eine unerträgliche Mutter hat.

Fazit

Man sollte vielleicht in die zweite Episode der Serie Dead of Summer zappen, denn ein bisschen interessant ist es schon, wie die Autoren ihre Geschichte weiterspinnen, nachdem sie alle Horrorcamp-Klischees schon in der Pilotepisode verbraten haben. Hoffentlich haben sie sich die Auflösung, dass alles eine Satire sein sollte, nicht für das Staffelfinale aufgehoben. Es könnte sein, dass wir das letzte Mordopfer schon nicht mehr gezeigt bekommen.

Dabei sind die ersten Sekunden mit einer Kamerafahrt über ein Dutzend Leichen in einem zwischen idyllisch und gruselig angesiedeltem Waldsee solch ein gruseliger Start, doch der Fall in Minute zwei von Patience ist leider umso härter.

Promo zu der US-Serie „Dead of Summer“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 29. Juni 2016

Dead of Summer 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Dead of Summer 1x01)
Titel der Episode im Original
Patience
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 28. Juni 2016 (Freeform)
Autoren
Edward Kitsis, Adam Horowitz, Ian Goldberg
Regisseur
Adam Horowitz

Schauspieler in der Episode Dead of Summer 1x01

Darsteller
Rolle
Elizabeth Lail
Amber Coney
Alberto Frezza
Ronen Rubinstein
Paulina Singer
Zelda Williams

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?