Day of the Dead: The Thing in the Hole - Review zur Pilotepisode der Zombieserie

© zenenfoto aus der Serie Day of the Dead (c) Syfy/Dynamic Television
George Romero gehört zu den Gründern des modernen Zombiekinos. Sein „Night of the Living Dead“ („Die Nacht der lebenden Toten“) von 1968 gilt als eine der Initialzündungen für Zombiestreifen, wie wir sie heute kennen, und ohne diesen würde es wohl Werke wie The Walking Dead, „28 Days Later“ oder „World War Z“ so nicht geben. Romero ist allerdings auch schon 2017 verstorben. Seine Vorlagen dienen aber natürlich heute noch als Stoff für Filme, Comics, Videospielen und Serien.
Den Namen der neuen Syfy borgt man sich mehr oder minder dreist von der Fortsetzung aus dem Jahr 1985, die den deutschen Titel „Zombie 2 - Das letzte Kapitel“ trägt. In Deutschland kommt bei der Serien-Adaption noch der semikomische Beititel „(K)ein guter Tag zum Sterben“ dazu.
Worum geht es in der Serie Day of the Dead?
In der „Day of the Dead“-Serie geht es um sechs unterschiedliche Personen, die in den ersten 24 Stunden einer Zombieapokalypse ums Überleben kämpfen. Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern und sind hungrig. Da könnten Menschen die beste Mahlzeit sein. Keenan Tracey (Bates Motel), Daniel Doheny („Brand New Cherry Flavor“), Natalie Malaika („Fractured“), Kristy Dinsmore (Vikings) und Morgan Holmstrom („Soccer Mom Madam“) zählen zum Cast der Horrorkomödie. Der neue Ansatz wurde von Jed Elinoff und Scott Thomas produziert, die auch gleichzeitig als Showrunner fungieren.
Eigentlich sagt das schon alles aus, was man im Detail zur Serie wissen muss, denn die Handlung ist ziemlich egal und austauschbar, die Darsteller sind wenig herausragend. Würde man sie mir auf einem Fahndungs-Line-up der Polizei zeigen, so könnte ich sie nach dem Anschauen der ersten Folge nicht zuordnen, so wenig Eindruck hinterlassen sie bei mir.
Da wäre der generische Teenager/Jugendliche, eine überforderte Gerichtsmedizinerin, die eine Vorstrafe hat und sich deswegen nichts zu Schulden kommen lassen darf, weitere austauschbare Jugendliche und die Bürgermeisterin, mit dem Mundwerk eines Seemanns, die von ihrem Mann nach Strich und Faden betrogen wird. Eigentlich geben die Macher mir als Zuschauer keinerlei Grund, sich für irgendwen einen feuchten Kehricht zu interessieren, was auch eine Meisterleistung für sich ist.
Die Serie besteht also aus uninteressanten Figuren, die wie Schauspieler spielen, die nichts Besseres vorhaben und irgendwie auch keinen richtigen Bock oder Skill zu haben scheinen. Das Schauspiel ist kaum besser als in einer Daily Soap und nervt mich beim Anschauen gewaltig. Das alles basiert dann noch auf Drehbüchern, die gar nicht erst versuchen, interessant zu sein oder aber auf einer Umsetzung, die irgendetwas aus dem Genre zeigt, was wir schon hundertmal vorher anders, besser und mit höherem Budget gesehen haben.
Garniert wird die Auftaktfolge The Thing in the Hole durch einen zugegebenermaßen ganz rasanten In-medias-res-Einstieg, ehe man die langweiligen Alltage der zentralen Protagonisten zeigt und uns Lebenszeit raubt.
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Low Budget or no budget?

In meinen Leben als Serienjunkie habe ich viele Formate von Syfy bisher gemieden, weil ihnen ein bestimmter Ruf anhaftet: Das Budget ist niedrig, die Effekte sind mies, die Geschichten meistens bewusst trashig (nur wenige Ausnahmen wie The Expanse oder Battlestar Galactica sollte man hier nennen, da natürlich nicht alles beim Sender schlecht sein muss). Das alles trifft nun leider auf Day of the Dead zu und ich finde es schade, wie ich meine Vorteile bestätigt finde. Klar kann man auch ohne großes Geld kreativ sein. Einige meiner Lieblingsfilme, wie das Frühwerk von Robert Rodriguez rund um „El Mariachi“, „Desperado“ oder „From Dusk Till Dawn“, der Film „Slacker“, das Frühwerk von Sam Raimi mit „Evil Dead“ oder das Oeuvre von Kevin Smith kommen stellenweise ohne Millionenbeträge aus. Das, was Syfy mir hier aber vorsetzt, wirkt wie ein Budget und Überbleibsel der 70er Jahre - und das ohne den unbeholfenen, handgemachten Charme von damals. Es reicht nicht, mir platzende Körper zu zeigen oder Gesichter, die von den Protagonisten zu Matsch geschlagen werden und zu hoffen, dass das schon irgendwie unterhält. Es reicht nicht, die generischsten Figuren und Dialoge seit langem zu präsentieren, die mir austauschbare Phrasen um die Ohren hauen. Es reicht einfach hinten und vorne nicht.
Dazu weiß die Serie auch nicht, was für einen Ton sie eigentlich anschlagen möchte. Für eine Comedyserie sind die Gags bei weitem nicht gut oder trocken genug, damit man sie als schwarzen Humor verkaufen kann. Als Dramaserie kann ich das aber auch nicht ernst nehmen, weil es vor Klischeefiguren und -situationen geradezu trieft. Der creepy Boss, der die Angestellte per Kamera beim Umziehen beobachtet und zum Date zwingen will, ist auch dann nicht unterhaltsam oder okay, wenn er wenig später eh Zombiefraß wird. Und auch sonst gibt es eigentlich wenig, was einen zum Einschalten bewegen dürfte, wenn man nicht 24/7 Horrorinhalte sehen möchte, auch dann, wenn die Qualität zu wünschen übriglässt. Der Score ist ebenfalls unter aller Kanone und möchte episch und bedrohlich wirken, ist aber eigentlich die größte unfreiwillige Lachnummer des Ganzen.
Sollte es wirklich die Absicht sein, eine Zombie- und Horrorcomedy zu präsentieren, dann scheitert man auf ganzer Linie und ich könnte hier zahlreiche Gegenbeispiele nennen, bei denen man zeitlich besser aufgehoben wäre. Was soll's? Ich mach's mal: „Fido“, „Juan of the Dead“, „Shaun of the Dead“, „Zombieland“, „From Dusk Till Dawn“, Death Valley, „Little Monsters“, „Warm Bodies“, „Pride and Prejudice and Zombies“ und damit habe ich noch nicht mal das Ende der Fahnenstange erreicht...
Fazit
„Herr, lass' Hirn regnen!“
Schaut Euch gerne mal das Elend in der Pilotfolge an, sagt dann aber nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt. „Day of the Dead“ ist Zeitverschwendung für Zombiefans und bietet keinerlei Mehrwert, wenn man ansatzweise im Genre versiert ist. Vielmehr gibt es schlechte Darsteller mit schwacher Story und billigen Effekten zu sehen, die keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Day of the Dead“ auf dem Pay-TV-Sender Syfy: