South Park 18x10

South Park 18x10

Im Staffelfinale sind in South Park noch einmal die Promihologramme los und Cartman überflutet mit seinen Kommentaren die Unterhaltungsindustrie. Am Ende gibt sich schließlich der König von YouTube mit einem Cameo die Ehre.

Der mächtige PewDiePie wird heraufbeschworen. / (c) Comedy Central
Der mächtige PewDiePie wird heraufbeschworen. / (c) Comedy Central
© (c) Comedy Central

Vergangene Woche wurde mit #REHASH das Finale der diesjährigen South Park-Staffel eingeläutet. Viel hat sich die zweite Episode des Zweiteilers vorgenommen, doch wie alles angedeutete zusammenkommt und wie das Finale im Vergleich mit anderen Mehrteilern der Serie abschneidet, erfahrt Ihr im folgenden Review zum Staffelfinale #HappyHolograms.

#savethelivingroom

Kyle lamentiert noch immer über das Sterben des Wohnzimmers als Ort der Zusammenkunft und des Austauschs mit der Familie, da dieses altbewährte Forum der Unterhaltung langsam durch YouTube-Kanäle - wie den des notorischen Videospielkommentators PewDiePie - abgelöst wird. Einen unverhofften Mitstreiter beim Retten alter „Werte“ findet er in Bill Cosby, der seine Hilfe anbietet. Ein großes Weihnachtsspecial im Fernsehen soll es richten und die Aufmerksamkeit wieder Richtung Fernseher lenken. Was Kyle nicht ahnt: Auch Bill ist ein Hologramm!

Verzweifelt wendet sich Randy unterdessen an die Polizei, um den Diebstahl seiner Identität als Lorde anzuzeigen, die auch durch ein Hologramm ersetzt wurde, welches sich obszön verhält, um Buzz in den sozialen Netzwerken zu generieren. Plötzlich verkündet ein Cop, man habe einen schwarzen Mann festgenommen und mit den üblichen Methoden (würgen, schießen) aufs Review bringen können. Als jedoch Michael Jackson hineingeführt wird, ist die größte Sorge, ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Afroamerikaner handelt, denn sicherlich würde Polizeigewalt gegen andere Bevölkerungsgruppen nicht einfach so durchgehen.

The Washington Redskins Go Fuck Yourself Holiday Special

Das von Bill Cosby angesprochene TV-Special nähert sich mit großen Schritten und kommt mit einem marktschreierischen TV-Spot daher, der neben dem Wollpulli tragenden Skandalkomiker weitere Promis verheißen lässt. Dabei sind jedoch nicht alle Beteiligten aus Fleisch und Blut. Auch Robin Williams, Kurt Cobain und die eigentlich noch sehr lebendige Lorde sind in Holoform mit von der Partie. Nicht alle Produzenten sind davon überzeugt, das Special von Cartman-Brah live kommentieren zu lassen, doch der schurkische Plattenboss, der auch hinter der skandalösen Ersatz-Lorde steckt, besteht darauf, dem angesagten Format mit Erics Internetpersona freien Lauf zu lassen.

TV-Spot zum Holiday Special in „South Park“

Während MJ die Marshs vor dem TV-Special zu warnen versucht, betritt das Hologramm von 2Pac das Polizeipräsidium, wobei die Macher noch immer an dem schon in der ersten Folge eher lauwarmen Terminator-Gag festhalten. Zum Schreck der Polizisten haben weder Kugeln noch Würgegriffe einen Effekt auf das Hologramm. Randy, Sharon und Michael fliehen zu den Marshs nach Hause, wo Shelly noch darüber aufgeklärt werden muss, dass ihr großes Idol Lorde ihr eigener Vater ist. Wie zu erwarten war, erledigt Randy die Angelegenheit mit seiner ganz eigenen Marke Feingefühl.

Das Holiday Special geht schließlich auf Sendung und es ist genauso „magisch“ und „wundervoll“, wie man es sich nur vorstellen kann. Der ehemalige Nirvana-Sänger hantiert mit einer Feiertagsgrußschrotflinte, Holo-Elvis und der großzügig proportionierte Popo von Iggy Azalea geben ein Duett zum Besten, Taylor Swift und Bill Cosby singen eine Abwandlung des Date-Rape-Weihnachtsliedklassikers „Baby und all das in Kombination mit Live-Tweets und dem nicht endenden Kommentar von Cartman-Brah.

#webelieveinyou

Unerwarteterweise kommt das Special nicht beim Publikum an und die Zuschauer verabschieden sich. Doch es ist zu spät. Cartmans Kommentare sind bereits allgegenwärtig. Er hat „Trend-Scendence“ erreicht. Er ist nun „Trends-Gender“. Alles scheint verloren, als Michael Jackson und 2Pac bei Kyle und dem Musikproduzenten ankommen, um dessen finstere Pläne zu durchkreuzen. Wie er gesteht, bevor das Hologramm des Rappers ihm eine Kugel in den Kopf knallt, wollte er doch auch nur hip sein und sich nicht wie ein Grandpa vorkommen. So wie damals, als sein Enkel ihm verriet, dass PewDiePie sein Lieblingsunterhalter sei.

Als Kyle schließlich einsieht, dass Unterhaltungsformen sich stets ändern und die älteren Generationen nicht immer verstehen werden, was der Nachwuchs treibt, haben sein kleiner Bruder Ike und dessen Freunde schließlich Mitleid und entschließen sich, zu helfen, indem sie „ihn“ heraufbeschwören. In wenigen Sekunden geht die digitale Zauberformel #webelieveinyou um die Welt und dann taucht „er“ schließlich auf. Seine Majestät, der Heiland höchstpersönlich, der König von YouTube: PewDiePie. Er liefert sich ein kurzes Kommentarduell mit Cartman-Brah, bei dem der attraktive Schwede kurzen Prozess mit dem kleinen Rotzlöffel aus South Park macht und dann ist alles gut. „All hail PewDiePie.

Fazit

Fangen wir mit den negativen Punkten an, damit wir die diesjährige Staffel von South Park auf einer positiven Note beenden können: In #HappyHolograms wurde wenig gesagt, was nicht schon vergangene Woche in #REHASH ausgedrückt wurde. Dass Trey Parker, Matt Stone und ihre Co-Autoren sich darüber im Klaren sind, dass die genervte Ablehnung gegenüber PewDiePie und Co mehr mit ihnen selbst und ihren Sehgewohnheiten zu tun hat als mit der Qualität dieser neuen Unterhaltungsform, die ein jüngeres Publikum anspricht, schien schon letzte Woche hindurch und ließ sich nur angestrengt mit dem Hologrammthema vereinen.

Apropos Holostars: Michael Jacksons Anwesenheit in dieser Folge (und eigentlich im gesamten Zweiteiler) war handlungstechnisch absolut unnötig und sowohl der Running Gag „that's ignorant“ als auch die Anspielungen auf MJs vermeintliche Kinderschänderei haben dicke Spinnenweben an sich hängen.

Viel angemessener wäre eine ganze Folge zum Thema Polizeigewalt und Rassismus in den USA gewesen, aber vermutlich war die Doppelfolge sowie der Cameoauftritt von Felix Kjellberg alias PewDiePie (im Gegensatz zur sonstigen Machart der Serie) schon länger in Planung, weshalb sich die Gags zu anderen Themen sehr eingeschoben anfühlen. Die gesamte Folge leidet (wie so oft) ein wenig darunter, zu viel auf einmal satirisch durch den Kakao ziehen zu wollen.

Insgesamt können wir jedoch, wie schon im letzten Jahr, auf eine sehr starke Staffel South Park zurückblicken, die auch im 18. Jahr der Serie beweist, wie relevant und witzig der bissige Satirecartoon noch sein kann. Auf die Kontinuität, die nichts weiter als ein paar gezwungen wirkende Referenzen als Insiderjokes hervorgebracht hat, darf jedoch im kommenden Jahr gern wieder verzichtet werden.

Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 11. Dezember 2014
Episode
Staffel 18, Episode 10
(South Park 18x10)
Deutscher Titel der Episode
Fröhliche Hologramme
Titel der Episode im Original
#HappyHolograms
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 10. Dezember 2014 (Comedy Central)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 14. Dezember 2014
Regisseur
Trey Parker

Schauspieler in der Episode South Park 18x10

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?